#1von7

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Kennt ihr diese Redewendung „es bekommt ein Gesicht“?

Tja, in diesem Fall bekommt es einen Bauch. Unsere Bäuche nämlich. Um zu zeigen, jeder Bauch ist schön. ❤

Schwangere zeigen ja sehr oft und gerne ihren Bauch im Netz. Ganze Collagen werden daraus gemacht. Wie oft habe ich mir gesagt, WENN es bei mir auch einmal so weit sein sollte, dann lasse ich mir auch etwas besonderes einfallen.

Nun ja…

Die liebe Claudia von Wegweiser Kinderwunsch hat dann die Aktion #1von7 ins Leben gerufen.
Denn auch Kinderwunsch-Bäuche sind SCHÖN! ❤

http://www.wegweiser-kinderwunsch.de/aktion-1von7-kinderwunsch-bauch/

Denn: Jedes siebte Paar ist ungewollt Kinderlos. Man sieht es keinem an. Und keiner redet darüber. Und doch betrifft es so viele.

Aber warum ist es immer noch ein Tabu-Thema? Warum ist es einfacher – salopp gesagt – über Flatulenzen und träge Darmtätigkeit zu reden, als über den unerfüllten Wunsch nach einem Kind? Weil das eine gesellschaftlich anerkannt ist und das andere leider Konsequenzen nach sich zieht.

Was würde passieren, wenn ich mich heute hinstellen würde und öffentlich bekennen würde – mit meinem Gesicht – dass wir den Wunsch nach einem Kind haben, dass wir ungewollt kinderlos sind, dass wir schon lange versuchen Eltern zu werden, dass wir auf „natürlichem“ Wege keine Kinder zeugen können, dass wir schon tausende Euros investiert haben, dass ich mir schon ca. 150 Spritzen in meinen Bauch gejagt habe?

Sehen wir zunächst mal die Seite „Arbeitsplatz“ an: 

Zunächst einmal wäre sicher jede Menge Verständnis da. Von allen Seiten. Aber sobald ich dann nach der Punktion eine Woche ausfalle oder aber zum X. Mal später komme oder eher gehen muss, weil ein Ultraschall, eine Blutabnahme, ein Transfer, ein was auch immer ist, ja, dann wird es lästig für den Arbeitgeber.

Wenn der Arbeitgeber nicht weiß, was los ist, kann man jonglieren. Mal ist eben ein Vorsorge-Termin bei Arzt A, mal kommt der Hausmeister wegen einer defekten Tür, mal ist Heizungsablesung und dann wieder – ach du schreck – hat man nen Magen Darm Virus und fällt leider eine Woche aus.

Das sind alltägliche Dinge. Die passieren JEDEM einmal, auch dem Chef, dem Nachbarn und den Kollegen X, Y und Z. Das hat jeder schon mal erlebt, und man kann sich gemeinsam über die doofen Zeitangaben der Handwerker, die netten Arzthelferinnen, die einen vorziehen weil man auf Arbeit muss und die fiesen Bauchschmerzen bei der Erkrankung austauschen. Und dann ist das Thema auch gegessen.

Wenn der Arbeitgeber aber zum 12. Mal hört „ich  muss in die KiWu Klinik wegen (…)“, dann denkt er sich irgendwann auch „wenn das jetzt so weiter geht suche ich mir jemanden neuen, der nicht dauernd was anderes hat“. Dinge, die man nicht nachvollziehen kann, nerven einen viel mehr, als solche, die man selbst erlebt hat.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass der Arbeitgeber ja auch im Hinterkopf hat „Wenn es jetzt dann bald klappt bei denen, dann kann ich auf Frau believe mindestens ein Jahr verzichten. Und dann kann ich doppelt alles ummodeln. Ein mal wenn sie geht und dann wenn sie wieder kommt. Nee, das kann ich nicht brauchen. Frau believe ist nicht wirtschaftlich genug für uns.“ und dann kommt irgendwann einfach die Kündigung. Wegen irgendwas. Einen Grund findet man immer, wenn man nur sucht.

Grund 1 warum ich nicht öffentlich bin.

 

Jetzt beleuchten wir mal den Faktor „Privatleben“: 

Klar, einige Freunde und ein großer Teil der Familie sind eingeweiht. Aber eben nicht alle.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen die Blicke und die Fragen. Die „und, wie sieht es aus“, die so oft unbewusst genau dann kommen, wenn wieder ein Versuch negativ war. Die „Ach Mist, das tut mir echt leid“ mit dem Traurigen Blick, das Gefühl, den Gegenüber enttäuscht zu haben, weil es bei einem selbst nicht läuft, aber der Gegenüber es sich doch auch so sehr für mich wünscht. Diese Dinge. Die halten einem vom „einfach nur Leben“ ab.

Dann auch die Tatsache, dass Schwächen eingestehen, zeigen, dass man eben nicht vollkommen ist, immer noch zu gerümpften Nasen führt.
Ist es nicht so, dass ALLE Kinder so süß und brav sind, dass sie gut schlafen und gut essen, dass sie nicht stundenlang durchbrüllen, oder nur meckern?

Der Mann, der Erzeuger, der Familenversorger, der starke, große und mächtige. Es knackst nicht nur am Ego, eine Diagnose OATIII selbst zu erhalten. Wenn man jemandem erzählt, dass man keine Kinder zeugen kann, dann ist das noch viel schlimmer. Denn dann kommen bestenfalls mitleidige Blicke, schlimmstenfalls ein „Hahaha, was bist du denn für ein Mann?“. Beides nicht schön, oder?

Grund 2 warum ich nicht öffentlich bin.

 

Es sind nicht NUR die Nachteile und Diskriminierungen, es sind auch die enttäuschten Gesichter derer, die für uns hoffen und bangen.

Dennoch, ich gebe Knitterfee zu 100% rech, es muss mehr passieren.

https://www.facebook.com/knitterfee/posts/1115543338513425

Die Aktion #1von7 ist ein erster und WICHTIGER Schritt.

Jetzt müssen weitere folgen.

In diesem Sinne

*bussi*
believe

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