Einen Nerv getroffen?

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Also nicht körperlich, mir geht’s gut und ich bin fit und gesund. Aber ich scheine mit meinem Aufreger-Tweet von gestern tatsächlich einen Nerv in der KiWu Gemeinschaft getroffen zu haben.

Es ging um diesen Tweet:

Der Hintergrund, warum ich das so direkt formuliert habe war, dass es mir sauer aufgest0ßen hat, dass eine Person, die schwanger ist –  nach einer einzigen läppischen Behandlung (sorry) – in einem KiWu Bereich wo unglaublich viele Langzeit Versucher sind, etwas von „Wir sind doch alle auf einer Ebene“ und „Ich will euch nur Mut machen“ postet.

Sorry, aber solche Beiträge gehen mir gelinde gesagt unfassbar auf die EIERSTÖCKE!

Ich habe kein Problem damit, dass es viele ohne einen harten und schweren Weg schaffen, aber das sind KEINE Mutmacher.

Und es geht mir auch nicht darum, hochzurechnen, wer wie viele Versuche gebraucht hat, wie viel Geld ausgegeben hat und wer welche heftigen Schicksalsschläge hinter sich gebracht hat.

Aber ich würde mir nie anmaßen jemandem der mehrere Fehlgeburten hatte zu sagen „ach, wir sind doch alle auf einer Ebene, ich bin doch jetzt schwanger, lass mich dir Mut machen“.

Ein wenig mehr Sensibilität wäre doch wirklich wünschenswert.

Genauso wie man sich tatsächlich mal einlesen kann, um was es in  bestimmten Foren-Bereichen geht, und nicht im KiWu-Behandlungs Bereich schreiben muss „Hey, ich habe 2 Kinder im ersten ÜZ bekommen und auf Nummer 3 warten wir schon 7 Monate“. Ähm, ja, nee, muss einfach nicht sein. Dafür gibt es andere Bereiche.

 

Aber mal halt. Worum es mir ging war die Sensibilisierung. Was dabei raus kam war, dass es unglaublich viele von uns KiWu Patienten gibt, die so viel hinter sich gebracht habe, die so STARK sind. 

Und was fehlt? Die Unterstützung. Vom Staat, der nach Kindern schreit, von den Kassen die nach 3 Versuchen sagen „Pech gehabt“ und von den Arbeitgebern, die nicht mal wissen dürfen dass wir in Behandlung sind.

Es fehlt vor allem an finanzieller Unterstützung. Massiv fehlt es daran.

Hier mal ein paar Auszüge der Reaktionen auf meinen Tweet von gestern:

 

Und was bleibt? Die Sehnsucht, der Wusch, die Hoffnung und die Verzweiflung.

Lieber Staat, liebe Politiker, anstatt euch zu echauffieren, ob man Axtangreifer nicht besser kampfunfähig schießen kann, beschäftigt euch doch bitte mit WICHTIGEN Dingen. Hier wäre ein Vorschlag: Mehr Unterstützung für Kosten die bei der Kinderwunschbehandlung anfallen.

Danke!

*bussi*
believe

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22 Kommentare zu „Einen Nerv getroffen?

    kikasil sagte:
    22/07/2016 um 10:41

    Ich finde es schön, dass du dieses Thema adressierst. Leider widersprichst du dir stellenweise selber. Du möchtest Bewusstsein schaffen und gleichzeitig aber nicht darüber reden, weil keine Reaktion deines Gegenübers angemessen scheint.
    Ich finde nicht, dass jemand der nach 1 Behandlung schwanger geworden ist zwangsläufig einen einfacheren Weg hat und ich finde es schön, dass gerade solche Leute auch an die denken die noch den langen Weg des Kinderwunsches vor sich haben.
    Schmerz lässt sich nicht in Geld messen. Zumal für die einen 5T€ kein Problem sind und für die anderen absolut unerschwinglich.

    Ich finde wir sitzen alle im gleichen Boot und ich freue mich für jede KiWu-Patienten die anlegen (positiv testen) darf, egal ob nach 1 oder nach 30 Behandlung. Und ich freue mich über jede die dieses Thema in der Öffentlichkeit adressiert.

    Schwieriger finde ich es dann zum Beispiel, wenn jemand OAT III diagnostiziert bekommt und nicht mit rauchen aufhört, aber trotzdem die Behandlungen vom Staat bezahlt bekommt. Das hat einen schlechten Nebengeschmack, wie wenn ein Alkoholkranker eine Lebertransplantation erhält.

    Und so hat eben jeder seine eigene Geschichte und seine eigenen Lasten. Es gibt kein besser und schlechter, mehr verdient oder nicht. Ich wünsche allen eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung!

      believe geantwortet:
      22/07/2016 um 11:09

      Ich bin eine Frau, ich bin geboren um mir selbst zu widersprechen. 😉

      Aber davon mal abgesehen, wie oben schon geschrieben, finde ich es einfach anmaßend, dass jemand, der offensichtlich wenige körperliche Probleme mit dem schwanger werden hat – und so ist es einfach wenn jemand bei der ersten Behandlung ohne Probleme schwanger ist – sich als Mutmacher hinstellt.
      Das ist ein Stich ins Herz für all die, die nicht wissen, wie sie die nächste Behanldung planen, durchziehen und bezahlen sollen. Für die jenigen, deren Freundschaften kaputt gehen, weil sie keine Babybäuche ertragen können, und denen das dann auch noch in einem Bereich, in dem man sich sicher fühlt unter die Nase gerieben wird. Das sehe ich nicht als Widerspruch.

      Schmerz lässt sich nicht messen, das ist wahr. Und finanzielle Belastung auch nicht. Aber Empathie. Und die fehlt leider oft.

      Und da du auf unser OATIII und das Rauchen anspielst…
      Mein Mann hat nur einen Hoden und kaum ertastbare Samenleiter. Unser OATIII wird sich nicht ändern, wenn er mit dem Rauchen aufhört. Es wird nur ein wenig die Qualität verbessern. Vielleicht.
      ICSI Kandidaten bleiben wir dennoch. Für immer.

      Wie dem auch sei, ich wünsche dir eine schöne weitere Schwangerschaft.

    Mein Leben und Ich sagte:
    22/07/2016 um 12:25

    Also ich denke jeder hat sein Päckchen zu tragen und allein über einen Blog bzw. über die virtuelle „Welt“ kann man sich kein Bild von einem Paar/Menschen bilden.
    Wie schon erwähnt, sitzen wir alle in einem Boot und wir sollten versuchen zu gönnen. Kinderwunsch ist auch irgendwie wie ein Glücksspiel….
    So blöd es auch klingt, aber die Wut und Eifersucht spielt leider eine solch große Rolle und ich finde man sollte sich wirklich selbst etwas zurückhalten. Auch ich habe mich oft dabei erwischt, wo darüber geschimpft hat warum es bei anderen so leicht ist und andere sich so viel mehr als Selbstzahler leisten können. Aber mal ganz ehrlich? Was bringt es einem? Es bringt einen keinen Schritt weiter!
    Auch in meinem nahen Freundeskreis sind 2 sehr gute Freunde beim 1 x schwanger geworden und ich habe viele Tränen vergossen. Aber die Freude ist jetzt ganz groß! Ich finde nicht das sowas ein Grund ist um Freundschaften zu beenden. Eine gute Freundschaft muss sowas aushalten können.
    Schließlich kann die Freundin auch nix für die Unfruchtbarkeit und warum sollte sie dafür auf Kinder verzichten und ihr Glück nicht mit allen teilen. Schließlich ist und bleibt es das schönste Geschenk auf Erden.

    Das beste Beispiel wo ich bringen kann:
    Als ich bei meiner ersten Punktion mit weiteren Damen gefiebert habe, kam eine 4 Dame dazu und meinte eiskalt zu uns: ja entweder es klappt, oder eben nicht. Ist nur spontan gewesen. Aber ich bin auch nicht böse, wenn nicht weil dann kann ich meinen Urlaub genießen und Alk trinken.

    Ja uns 3en hat es das Gesicht ganz schön verzogen, wenn man bedenkt dass keiner von uns 3 schwanger geworden ist!
    Aber was bringt es einem sich darüber aufzuregen?
    NULL!

    Vielleicht hat das Paar andere schlimme Dinge mit denen sie zurecht kommen müssen und die mir erspart bleiben.

    Man kann hier nie hinter die Fassade blicken und beim 1. Versuch schwanger werden macht einem nicht alles gleich leichter geschweige den jemanden gesünder.

    Als ich in einer ähnlichen Situation war wie du, habe ich es auch nicht verkraften können alle so glücklich zu sehen. War aber mein Problem und viel Verzweiflung im Spiel. Daher habe ich mich auch zurück gezogen und folge jetzt nur noch.

    Mittlerweile bin ich froh das es nicht geklappt hat, den viele Voraussetzungen (gesundheitliche) hätten nicht gepasst und es wäre keine intakte SS geworden.

      believe geantwortet:
      22/07/2016 um 12:31

      Es ist witzig, ich habe nie darüber gesprochen, dass ich es jemandem nicht gönne, oder dass ich mich nicht für andere freue, nur davon, dass gerade von schwangeren ein wenig Empathie erbeten ist. Und dass eben jemand, der es geschafft hat, nicht mehr zu vergleichen ist mit jemandem, der nicht weiß, ob er es jemals schaffen wird.

        Mein Leben und Ich sagte:
        22/07/2016 um 12:44

        Klar ist es zu vergleichen! Diese Person weiß schließlich genau was für ein Kampf das ist und hat ihn selbst durch. Jeder der dies durch hat, kann da mitfühlen und sollte es auch.
        Es kommt eher so rüber als ob du dich grad sehr angegriffen fühlst, dabei ist es von niemandem die Absicht.
        Den Punkt mit der Empathie kann ich auch nicht verstehen. Und das sage ich als nichtschwangere! Warum sollte eine schwangere Frau Empathie gegenüber nicht schwangeren zeigen? Warum hat sie nicht das Recht ihr „Glück in die Welt hinaus schreien zu können“?

        believe geantwortet:
        22/07/2016 um 12:51

        Gehe ich auf eine Beerdigung und schreie raus wie schön es ist, dass in meinem Leben eben keiner gestorben ist?
        Es kommt immer auf den ORT an.
        Und in einen Bereich wo es um Behandlungen geht und das was dahinter steht ist vielleicht ein wenig Einfühlungsvermögen erwünscht.

        Mein Leben und Ich sagte:
        22/07/2016 um 12:57

        Du vergleichst gerade nicht wirklich Trauer mit Glück?
        Ich denke deine Ansicht ist meiner zu sehr entfernt, daher führt dies gerade nur zur Diskussion und darauf habe ich keine Lust ☺😏

        believe geantwortet:
        22/07/2016 um 13:00

        Ja, ich vergleiche Trauer mit Glück, denn für den einen ist es Glück, der andere trauert. Auch bei einer Behandlung. Es gibt eben immer ZWEI Seiten.

        Mein Leben und Ich sagte:
        22/07/2016 um 13:06

        Ja jeder hat das Recht zu trauern und glücklich zu sein. In der Zeit wo du trauerst, ist jemand anders glücklich und das wird in Leben immer so sein.
        Jetzt ein blödes Beispiel auch von mir:
        Jemand der beim lotto gewonnen hat, hat mit Sicherheit kein Mitleid mit denen wo nix gewinnen.

        believe geantwortet:
        22/07/2016 um 13:08

        Aber er wird auch nicht auf’s Arbeitsamt gehen und sich hinstellen und sagen, „Schaut, ich habe im Lotto gewonnen, ihr könnt das auch schaffen.“

        Es geht wie mehrfach gesagt, nicht darum, dass man sich nicht freuen darf. Sondern nur, dass man es nicht unbedingt genau da tun sollte, wo andere leiden / trauern.

        Mein Leben und Ich sagte:
        22/07/2016 um 13:18

        Aber er geht mit Sicherheit zu Freunden und erzählt es allen. Während andere dabei stehen und vielleicht Schulden haben. So sind nun mal Menschen. Besonders in der virtuellen Welt. Gibt nicht umsonst Menschen die sich auch Sachen ausdenken um besser dazustehen. Und die schwangere Frau hat bestimmt nicht die Absicht gehabt die anderen damit anzugreifen. Für sowas ist nun mal so ein Portal da. Wird genug negatives berichtet. Warum sollte man keine freudige Nachricht teilen? So lang sie dich damit nicht persönlich angesprochen hat und es dir persönlich vor die Nase hält, find ich das absolut nicht schlimm. Die meisten Frauen denen ich hier folge sind jetzt schwanger und haben auch davon berichtet. Ich habe mich mitgefreut das es wieder eine weniger ist die darum kämpfen muss. Auch ich warte seit 3 Jahren auf ein Wunder. Tja und jetzt? Dafür drücke ich meine beste Freundin die stolz ihren Babybauch mit 8 Monaten präsentiert umso mehr und freue mich. Es gibt Leute die regen sich auf, wenn die erst spät vonnder SS erfahren. Gibt Leute die wollen damit nicht konfrontiert werden Man kann es nicht jedem recht machen. Leben und leben lassen.

        heartbeat sagte:
        22/07/2016 um 14:39

        Hm… leider aber nicht ganz. Diese Person weiß das es hart ist, aber wie hart es noch werden kann bzw. für jemand anderen schon ist, weil es auch nach dem dritten Versuch nicht geklappt hat, das kann sie nicht wissen. Das muss sie natürlich auch nicht, weil sie es geschafft hat, aber deshalb ist es für mich nicht zu vergleichen.

        Natürlich darf eine Schwangere ihr Glück gerne hinaus schreien, sofern sie es mit den gebührenden Respekt vor einer Frau tut, die eben nicht soweit ist. Wir haben eine ganz tolle Whats App Truppe. Zwei von sechs haben ihr Kind beim ersten Versuch bekommen, eine weitere mit der vierten ICSI, die anderen warten immer noch (darunter ich). Und trotzdem freut sich die schwangere, genau wie wir nicht schwangeren uns mit freuen, aber genauso passiert das auch wenn wir nicht schwangeren mal ein Tief haben, das da nicht gleich wieder kommt wie toll es doch ist schwanger zu sein.

    heartbeat sagte:
    22/07/2016 um 12:43

    Ganz schwieriges Thema bei dem man sich auf dünnem Eis befindet. Ich finde wir sitzen alle in einem Boot, aber nicht alle sitzen auf derselben Ebene. Auch eine Frau die es mit nur einer ICSI schafft schwanger zu werden hat einen gewissen Weg hinter sich, aber mit Sicherheit keinen so langwierigen wie jemand mit 3 ICIS, 6 Kryos, etlichen Behandlungen und Diagnosen schon hinter sich hat und immer noch nicht das Wunder im Bauch tragen oder schon in den Armen halten darf. Das kann man meiner Meinung nach einfach nicht vergleichen. Diese Frauen/Paare, die es schnell schaffen sind dadurch nicht weniger betroffen und sind trotzdem irgendwie Mutmacher, aber sie können nicht den Weg verstehen den eine Frau geht die schon etliche Enttäuschungen im Bezug auf den Kiwu hat einstecken müssen. Dabei geht es nicht mal um den Schmerz, den man wirklich nicht messen kann, der aber auch mit einer Behandlung extrem schmerzhaft sein kann, genau wie 6 Behandlungen, sondern einfach um den Weg. Doch man kann genauso wenig sagen das eine Behandlung genauso schmerzhaft ist wie 6. Es ist schmerzhafter! Es ist schlimm! Und das bleibt es auch immer!
    Es gibt kein mehr verdient oder wengier verdient. Jede Frau hat ihr Wunder in Form eines Kindes verdient. Mit einem Versuch oder eben in sechs. Ich freue mich sogar mit jeder Frau die dieses Scheiß Kinderwunsch Karussell verlässt. Aber Frauen die es gleich schaffen, die sind einfach deutlich weniger belastet als jemand wie believe zum Beispiel. Deshalb und weil ich es ebenso kenne, verstehe ich schon warum du dich aufregst. Natürlich kann man aber auch nicht hinter die Posts gucken, sondern nur den Moment und des geschriebenen. Aber ich fühle den Stich im Herzen auch, wenn ich von jemandem lese der nach einer einzigen Behandlung und damit auch wenigen gesundheitlichen/körperlichen Problemen schwanger wird, während ich da sitze und mich frage warum es bei mir einfach nicht klappen will. Ich habe ein paar Baustellen, die zwar alle behandelbar sind, mit Medikamente, die nicht unbedingt ohne sind… und trotzdem bin ich immer noch nicht schwanger. Nach 4 Versuchen insgsamt. Tja, wer hat jetzt das schwerere Los? Im Boot sitzen wir wie gesagt alle und ich bin bei jedem der darin sitzt, aber ich sitze einige Ebenen weiter unten als andere…

    Zum rauchen kann ich nicht viel sagen. Mein Mann raucht nicht, er trinkt nicht mal. Und trotzdem sind die Spermien so schlecht, das wir auf eine ICSI angewiesen sind (plus meine Probleme).

      Mein Leben und Ich sagte:
      22/07/2016 um 12:49

      Ja denke das Thema kann man wirklich totdiskutieren weil jeder anders verarbeitet bzw. anders mit Stress/Trauer etc. umgeht

    mit Liebe gemacht sagte:
    22/07/2016 um 14:12

    Auch wenn das einige anders sehen…. Ich sehe es so wie du! Es ist schwer…. Und mehrere ICSIS sind nunmal schwerer als nur eine! Fehlgeburten sowieso, da brauche ich auch niemanden der mir sagt „das klappt schon“, wenn er selbst nur einmal Spaß im Bett haben muss! Ich kann gönnen, erwarte aber auch ein gewisses Maß an Feingefühl für Mädels die es schwerer haben!

    Narkoleptikerin sagte:
    22/07/2016 um 22:54

    Ich bin auch kein Freund davon, das Leid einzelner betroffener Frauen gegeneinander aufzuwiegen. Menschen haben ja nicht nur finanziell, sondern auch psychisch sehr unterschiedliche Ressourcen. Da ist es denkbar, dass eine Frau unter einer einzelnen Behandlung mehr leidet als eine andere unter mehreren. Aber sei’s drum.
    Ich empfinde erfolgreich behandelte Frauen ganz und gar nicht als Mutmacher für jene, die es schon länger versuchen und finde Aussagen wie „Wenn ich es geschafft habe, könnt ihr es auch schaffen!“ sehr unangebracht. Ist es nicht eher umgekehrt? Verstärkt nicht jede Schwangerschaft einer anderen das Gefühl, übrig zu bleiben?

      believe geantwortet:
      22/07/2016 um 23:03

      Übrig bleiben. Das ist auch ein Punkt. Ja, dieses Gefühl verstärkt sich zusehends.
      Und Mutmacher suche ich mir aus, die lasse ich mir nicht von jemand der sich als solcher hält aufdrängen. 😉

    Frau Einstrich sagte:
    23/07/2016 um 08:20

    Liebe Believe… ich bin ganz bei dir bei diesem Thema. Ich habe ja selbst bisher nur IUIs gemacht und würde nicht im Traum darauf kommen, zj behaupten wir wären auf einer Ebene! Das ist einfach unsensibel und sich als Mutmacher hinzustellen ist auch unlogisch. Schließlich kann nur etwas Mut machen, das man auch erreichen kann. Und wenn der erste Versuch schon lange rum ist, dann ist er rum. Ja du darfst dich aufregen. Ich reg mich auch auf über Mädels, die noch nichts durch haben, aber im 7.ÜZ so tun, als könnte es kaum mehr Leid geben. Und natürlich kann man Schmerz nicht aufwiegen, aber gerade durch solche Vergleiche verletzt man… ich finde der Gesetzgeber sollte bei den Krankenkassen ansetzen. Ungewollte Kinderlosigkeit muss als Krankheit anerkannt werden und dann sollte es mehr Unterstützung geben. Wenn ich sehe wie viel Geld in den (leider oft erfolglosen)Entzug von Junkies investiert wird, wird mir schlecht… dafür gäbs viiiiiele ICSIs. Und die Junkies haben ihr Schicksal selbst gewählt, wir nicht! 😤Also bitte lass dir nicht einreden wir dürften uns über sowas nicht aufregen… ich drück dich! 😊

    matschgurke sagte:
    27/07/2016 um 15:31

    Ach believe, ich drueck dich mal ganz fest!

    Wünsch dir was sagte:
    01/09/2016 um 12:58

    Auch ich bin ganz bei dir. Sicher ist selbst der Weg durch eine einzige ICSI beschissen. Aber Jahr für Jahr zu probieren und am Ende mit komplett leeren Händen da zu sitzen ist…nun ja ich spreche aus Erfahrung – ziemlich doof. Von dem her – wir sind vielleicht in einem Boot, aber zwischen den Ebenen liegen Welten. Und es wäre supi, wenn die ein oder andere das vielleicht auch einfach akzeptieren könnte. Jemand der beim ersten Versuch schwanger wird kann es eben nicht verstehen, wie es sich anfühlt, wenn man nach 7 Versuchen inklusive einer Fehlgeburt am Ende des Weges angekommen ist. Mitfühlen ja, aber Hoffnung geben oder gar ein ‚ich weiß wie das ist‘ sind leider einfach nur eine einzige Fehlanzeige.
    Aber sowas anzusprechen, zu sagen was man wirklich denkt (was mit Sicherheit viele denken und dabei nicht gleich schlechte Menschen sind…) und wie man fühlt, das stößt auf Empörung, das ist ja klar 😉

      believe geantwortet:
      07/09/2016 um 09:36

      Man kann es nie allen recht machen, aber manchmal platzt man und dann muss das Gefühlte halt raus. *g* Sch*** auf die Empörung.

    tallyshome sagte:
    18/12/2016 um 00:42

    Puh ..hab ein bisschen bei dir gestöbert und über diesen Text hier, musste ich wirklich nachdenken. Ich selbst wurde bei der ersten ICSI schwanger. Aber der Weg, bis die erste ICSI überhaupt stattfinden konnte, der hatte es in sich und war schlappe 9 Jahre lang. Mein Mann leidet an einem Gendefekt der dafür sorgt, dass sein Körper kein Testosteron ausbildet. Ergo, keine Spermien auch bei These nichts. (Bis wir das wussten haben wir knappe 2 eher 3 Jahre damit verschwendet zu ‚üben‘ und jeden Monat die beschissene Hofferei und die weißen Teststreifen) Ich selber bin an Endometriose erkrankt und habe schlappe 4 Jahre unter permanenten, sehr schweren Schmerzen gelitten, bis es via Zufall entdeckt wurde. Mein Mann wiederum hat eine 3 jährige Therapie mit Hormonen hinter sich. 7 Spritzen pro Woche …3 Jahre lang …bitte auf der Zunge zergehen lassen. Am Ende hatte er OAT III und ich war mit Endometriose Grad III diagnostiziert. Niemand, nicht einmal die behandelnden Ärzte haben uns große Chancen eingeräumt, was eine mögliche Schwangerschaft betrifft und man war schon vor der ICSI dabei uns Samenspende oder Ausland zwecks Eizellenspende schmackhaft zu machen usw. Wie gesagt 9 Jahre probieren, warten, Behandlungen plus Untersuchungen im Anschluss. Bla. Ich wurde, wie gesagt, bei der ersten ICSI schwanger. Vielleicht ein Glückstreffer, ich weiß es nicht. Ich würde mich auch nie hinstellen und soetwas sagen wie: „Seht ihr? Geht doch!“ Nie. Im Gegenteil. Nachdem ich schwanger war, habe ich mich aus meinem damaligen KiWu-Forum ganz sacht verabschiedet und im stillen für andere weiter die Daumen gedrückt. Paradoxerweise hat es sogar Momente gegeben, da habe ich mich dafür geschämt, dass es bei mir so hurtig geklappt hat und das ist der Punkt. Das sollte nämlich auch nicht sein. Endlich am Ziel und dann hat man ein schlechtes Gewissen? Wie doof ist das denn? Naja, ist mein Schuh. Aufgrund des Textes also, hab ich mich ernsthaft angegriffen gefühlt. Auch mein Schuh, klar. Aber fakt ist, doch … ich kann sehr, sehr, sehr, sehr, sehr gut nachvollziehen wie heftig es sein muss ewig lange Versuche hinter sich zu bringen und Geld zu investieren und dann am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. Mir hat eine Behandlung gereicht (physisch und auch psychisch) und de facto … wir hätten uns gar keine weitere leisten können. Die Gefühlsachterbahn war gelinde gesagt grauenhaft. Punkt. (ist ja auch nett, wenn man 3-Versuche bezahlt bekommt. Wenn man aber finanziell etwas schlechter dasteht, dann sind 2000 euro genauso bescheiden wie 7000 euro. Und dann kann der 1te Versuch auch ganz schnell der letzte bzw einzige sein/bleiben) Nicht im Ansatz mag ich mir ausmalen, wie es ist diese Sache mehr als einmal durchziehen zu müssen. Aber ich kann es. Ergo, doch, definitiv: Wir sitzen im gleichen Boot. Und doch, wir teilen eine Ebene. Ob das ALLE ausnahmslos betrifft? Eher unwahrscheinlich. Menschen sind verschieden. Es hängt nämlich nicht an der Anzahl der Versuche ob jemand versteht was usus ist, sondern daran, wie sensibilisiert er bereits ist. Und was das Mutmachen betrifft? Funktioniert nicht. Egal wie man es dreht und wendet. Am Ende gibt es sowieso nur zwei Möglichkeiten: Hoffen und weitermachen (sei es nun auf die eine oder andere Weise) oder die Notbremse ziehen. Punkt. Lg Tally

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